HDSurround >> Height-Channel - Der Höhenkanal
Auf dieser Seite präsentieren wir die Liste der SACD- und
DVD-Audio-Aufnahmen mit Gebrauch des Height-Channels anstelle des LFE-Kanals.
Einige dieser Disc gebrauchen sogar den vorderen Center als weiteren Height-Channel.
So können diese Discs sogar zwei Height-Channels vorweisen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
DVD-Audios mit codiertem Height-Channel
| Titel | Label |
|---|---|
| Bucky Pizzarelli: Swing Live |
Chesky |
| Chesky’s The Ultimate Surround Sampler & 5.1 Set-Up Disc | Chesky |
| Tchaikovsky: 1812 Overture | Telarc |
SACDs mit codiertem Height-Channel
| Titel | Label |
|---|---|
| Bach Organ Spectacular | Teldec |
| Benoit Delbecq: Nu-Turn | Songlines |
| Berlioz: Symphonie fantastique, Op. 14 | Telarc |
| Chuck Mangione - Everything for Love | Chesky |
| DMP Multichannel Reference SACD | DMP |
| Mormon Tabernacle Choir/Craig Jessop: The Sound of Glory | Telarc |
Music of Turina and Debussy |
Telarc |
| Sacred Feast - Gaudeamus | DMP |
| Tchaikovsky: 1812 Overture | Telarc |
| Telarc SACD Sampler I | Telarc |
| Turina: Danzas Fantasticas | Telarc |
| Warren Bernhardt: So Real | DMP |
Was ist der Höhenkanal?
Beim Höhenkanal handelt es sich um eine erweiterte Form des Raumklanges mit einem zusätzlichen Tonkanal, welche vorteilhaft von mindestens zwei an der Decke montierten Lautsprechern wiedergegeben wird. Mit der Technik des Full-Range-LFE Kanals gibt es bis heute einige DVD-Audio-Scheiben und mehrere SACDs auf dem Markt, welche Toninformationen für einen sogenannten Height-Channel enthalten und mit akzeptablen Investitionskosten an das Heimkino-Equipment wiedergegeben werden können.
Habe ich etwas verpasst?
Leider ist diese Technik bis heute dem Grossteil der Musik-Liebhaber mit High-End-Ansprüchen nicht bekannt. Dies liegt zu einem gewichtigen Teil am schlechten (bzw. nicht vorhandenen) Marketing des Height-Channels. Die Technik ist im Gegensatz zu DTS oder Dolby Digital kein offizielles Tonformat, hinter welchem eine engagierte Firma steht. Das Vorhandensein eines solchen Tonkanals ist oftmals nur im dazugehörigen Booklet der DVD-Audio oder SACD vermerkt. DVDSurround hat sich zum Ziel genommen, wie schon bei der kompletten EX/ES-Liste, eine möglichst vollständige Liste der auf dem Weltmarkt erhältlichen Titel zusammen zu stellen und besser über den Height-Channel aufzuklären.
Zur Einleitungs-Frage dieses Abschnitts lässt sich sagen, dass der Heimkino-Ton-Enthusiast keineswegs etwas verpasst hat. Abgesehen vom Anti-Kriegsfilm "We Were Soldiers - Wir waren Helden" dessen Höhenkanal bis heute noch umstritten ist und auch auf einer ganz anderen Technik basiert, gibt es bis heute keine DVDs, von welcher man Sound überhalb den Köpfen der Zuschauer entlocken könnte.
Auch Liebhaber audiophiler Klänge ab DVD-Audio oder SACD haben eine entscheidende Revolution des modernen digitalen Raumklangs verpasst. Jedoch dürfte sich das Installieren und "Reinhören" des Höhenkanals als recht interessante Erfahrung herausstellen, bei dem der eine oder andere gleich Lust auf mehr bekommt. Unterstützt werden die experimentierfreudigen Height-Channel-Pioniere durch die in den meisten Fällen relativ geringen Investitionskosten.
Woher kommt der Höhenkanal und was sind seine Vorteile?
Erstmal ganz kurz: Besseren und realistischeren Raumklang. Als einer der wichtigsten Pioniere darf der amerikanische Recording und Mix Engineer Michael J. Bishop gelten. Wie auch schon etliche Tonabmischer bemängelte er die Standart 5.1-Technik der DVD-Audio und SACD für zuwenig geeignet für Musik-Abmischungen. Vorallem der Center-Kanal, welcher oft nur Tonanteile vom linken und rechten Frontkanal enthält und grob gesagt eher ein Lückenfüller ist und der Subwoofer-Kanal, welcher im Gegensatz zu Actionfilmen mit explodierenden Autos und einstürzenden Bauten eher ein stilles Dahsein hat. Bishop war jedoch nicht der Meinung, dass mehrkanalige Musik weniger Kanäle nötig hätte, vielmehr war er der Ansicht, dass die räumliche Dimension nur in andere Richtungen zu gehen hätte als bei der 5.1/6.1-Abmischungen, welche zu Filmen vorzüglich passt.
Inspieriert durch Live-Aufnahmen in majestätischen Konzertsäälen, installierte er Mikrophone ziemlich weit in der Höhe und im vorderen Bereich des Salls. So konnte er die widerhallenden Klänge oberhalb des Saals einfangen. Diese fügte Bishop im Tonstudio in seinen Multichannel-Mix als zusätzlichen Kanal an der Decke ein.
Der Höhenkanal lässt bei Musik-Aufnahmen, besonders bei klassischen Konzerten in grossen Säälen oder Live-Konzerte in grossen Hallen das Klangfeld weitaus realistischer erscheinen, als es mit einer 5.1-Aufstellung möglich ist. Bei guten Ton-Abmischungen ruft die Einschliessung eines Tonkanals an der Decke zweifellos ein neues Klangerlebniss hervor, zumal es aus dieser Richtung bisher stumm blieb. Betrachtet man den ursprünglichen Stereo-Ton als eindimensionale Line welche beide Lautsprecher verbinden, den 5.1/6.1 Ton als zweidimensionale Fläche, welche alle Lautsprecher durchzieht, so lässt sich vielleicht erst mit dem Höhenkanal in dieser Betrachtungsweise von 3-dimensionalem Sound sprechen. Er ist desweiteren im Stande, die Lücke zwischen Front und Surround-Kanälen besser zu füllen, insbesonderen in Räumen, welche schwierige Klangeigenschaften haben oder eine von der Norm abweichende Lautsprecher-Aufstellung erzwingen.
Und wie funktioniert das Ganze?
Der Höhenkanal macht sich keinem neuen Tonformat zu Nutzen, etwa DTS-ES 7.1 Discrete, welche den Heimkino-Anwender zwingen würde, sich wieder neues Sound-Equipment zu besorgen und so wohl sehr wenig "Durchsetzungsvermögen" aufweisen würde. Er macht sich der kleinen, aber feinen technischen Eigenheit zu nutzen, dass der .1 LFE-Kanal bei den SACDs und DVD-Audios (und theoretisch auch bei DTS-Ton), welcher in der Regel für tiefe Frequenzen unter 100 Herz genutzt wird, auch das volle Frequenz-Spektrum zulässt, sogenannt Full-Range ist. So fügte der experimentierfreudige Michael J. Bishop die Aufnahme, welcher er mit Mikrophonen in der Höhe gemacht hat mit den Bassfrequenzen des Subwoofer LFE-Kanals zusammen. So besteht der LFE-Kanal aus zwei Tonkanälen, dessen Frequenzenbereiche zueinander unterschiedlich sind und einander nicht überschneiden. Die tiefen Frequenzen sind die Ton-Anteile, welche von allen anderen Tonkanälen (Front und Surround) über einen Tiefbass-Filter (z.B. bei 125 Hz/24 dB pro Oktave) extrahiert werden und die hohen Frequenzen ab ca. 180Hz sind jene, welche für den Höhenkanal aufgenommen wurde (siehe Diagramm). Verwendet man, wie Bishop es pflegt, direkte Live-Aufnahmen als Frequenzen für den Höhenkanal (alternativ könnte man auch einen künstlichen Höhenkanal aus Klängen der anderen Kanälen erstellen), so haben diese schon von Natur aus den geeigneten Frequenzbereich, welcher direkt in den LFE-Kanal eingefügt werden kann (Die Tonreflexion oberhalb der Konzertsääle verschlucken die besonders tiefen, sowie hohen Frequenzen).
Diese Technik hat den unschätzbaren Vorteil, dass der Höhenkanal direkt in den bestehenden 5.1-Standart der DVD-Audio und SACD integriert werden kann und zudem auch komplett abwärtskompatibel ist. Werden nämlich die hohen Frequenzbereiche des LFE-Kanals, welche den Höhenkanal darstellen nicht einem speziellen Lautsprecher zugeführt, sondern einfach alle dem Subwoofer übergeben, so werden diese schlicht und einfach nicht wiedergegeben.
Zwei Höhenkanäle?
Es soll sogar Ton-Techniker geben, welche den vorderen Center-Kanal, welcher wie schon erwähnt für Musik-Aufnahmen eher Lückenfüller statt nützlicher Ton-Kanal, für Aufnahmen aus der Höhe verwenden. So lassen sich beispielsweise oberhalb der Konzertsääle zwei Mikrophon-Gruppen installieren für jeweils Aufnahmen für den Center-Höhenkanal und den LFE-Höhenkanal. Also gleich zwei davon! Wobei das DVDSurround-Team hier recht skeptisch ist. Denn aus rein technischer Hinsicht (zu diesem Thema gleich im nächsten Abschnitt) wird niemand für ein paar einzelne Aufnahmen den Center-Kanal auf die Decke montieren. Bei Wiedergabe an einer nichtmodifizierter Lautsprecher-Aufstellung wird bei solchen Aufnahmen, wenn der Center-Kanal nicht gerade ziemlich in der Höhe montiert ist, das Klangbild eher noch schlechter, wenn dann die Klänge des Center-Höhenkanals aus der falschen Richtung erklingen (von vorne). Dies ist jedoch ein etwas sonderbares Thema, dem nicht allzuviel Beachtung geschenkt werden soll. Aufnahmen auf DVD-Audio oder SACD mit zwei Höhenkanälen sind zudem nicht eindeutig feststellbar und auch auch das Team von DVDSurround blickt hier noch nicht recht durch (wir bleiben wie immer dran).
Wie komme ich zum Height-Channel?
Zu erst sollte man prüfen, ob die Voraussetzungen gegeben sind. In den meisten Fällen lässt sich mit wenig Aufwand und Kosten der Height-Channel zuhause hörbar machen.
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Der SACD- und/oder DVD-Audio-Player muss beim LFE-Kanal ein vollständiges Signal herausgeben. Das heisst das ganze Frequenzspektrum muss übertragen werden. Dies ist nicht selbstverständlich, da bei einigen Playern der LFE-Out im Frequenzumfang beschnitten sein könnte, da der LFE nur für tiefe Bass-Frequenzen gemacht wurde. Zur Überprüfung lässt sich eine Height-Channel DVD-A/SACD abspielen, wobei der LFE-Out des Players beim Receiver irgendwo als linker oder rechter Kanal angeschlossen wird (z.B. CD-In analog). Jetzt ertönt der LFE-Kanal im linken oder rechten Front-Lautsprecher und es lässt sich leicht bestimmen (evt. je nach Software auch schwierig), ob auch die hohen Frequenzen erklingen bzw. vom Player zum Receiver ausgegeben wurden.
Ist dies nicht der Fall, lässt sich gegebenenfalls auch im Bass-Managment des Player oder auch Receivers noch experimentieren. -
Der Subwooofer muss ebenfalls mitmachen. Hier gibt es bekanntlich zwei Fälle zu unterscheiden, der passive Subwoofer, welcher das bereits verstärkte Signal vom Receiver erhält oder der aktive Subwoofer, welcher ein unverstärktes Signal über Cinch-Verbindung bekommt. Die Signale des Height-Channel werden natürlich nicht vom Receiver/Verstärker ausgegeben (auch wir haben noch nie von einem solchen offiziellen Lautsprecherausgang gehört) sondern vom Subwoofer selber. Dieser muss jedoch in der Lage sein die hohen Frequenzen herauszugeben über sogenannte HiPass-Lautsprecheranschlüsse, an denen dann die Height-Channel-Boxen hängen. Dies ist natürlich nur beim aktiven Subwoofer möglich, welcher ja dieses Signal verstärken muss. Bei den neuer Modellen stehen die Chancen recht gut, ein kurzer Blick auf die Rückseite (selten: Unterseite) des Subwoofers genügt.

Beim passiven Subwoofer (welche jedoch nur in wenigen Heimkinos ihren Platz haben) müssen die Lautsprecher für die Height-Channel Signale von einer anderen Quelle gespeist werden. Dies ist nur über einen externen Verstärker (also ein Zweitgerät) möglich, welcher das unverstärkte Signal des Subwoofer-Kanals über Cinch vom Receiver oder direkt vom Player (bei Analog-Mehrkanal-Ausgang) erhält. Wichtig ist hier natürlich, dass dieses Signal auch zum passiven Subwoofer geleitet wird (es sei denn man möchte allen ernstens auf den Bass verzichten). Dies geschieht über einen Y-Adapter, welche das unverstärkte Signal aufteilt. Wie der Leser merken wird ist der Einsatz der Height-Channel Technik zusammen mit einem passiven Subwoofer eine Bastelarbeit und eher zu Testzwecken da.
Welche Lautsprecher?
Der Heigthchannel sollte unterstützend und nicht aufdringlich klingen. Da es in der Natur des Menschen liegt, dass Töne von oben recht schnell als recht aufdringlich (oder gar warnend) aufgefasst werden ist es garade beim Height-Channel sehr wichtig, dass hier Dipole oder Bipole verwendet werden oder auch spezielle Lautspecher, welche ebenfalls ein diffuses Klangfeld von sich geben. Michael J. Bishop empfiehlt hier persönlich Magnat oder Canton Lautsprecher. Unserer Meinung nach sollten viele Modelle den Ansprüchen des Height-Channels genügen.
Wir wünschen viel Spass beim Experimentieren.