HDSurround >> Surround EX: Ein Überblick
Lieber Besucher von DVDSurround
Auf den folgenden Seiten möchten wir dir einen kleinen Einblick in die Welt von Extended-Surround-Sound vermitteln. Wir haben festgestellt, dass sich viele Fehlinformationen über dieses Thema im Umlauf befinden und deshalb möchten wir auch ein wenig Aufklärungsarbeit mit den folgenden Informationsseiten betreiben. Die vorliegenden Informationen stammen hauptsächlich aus angesammeltem Wissen der Betreiber von DVDSurround, Informationsseiten aus dem Internet, Fachliteratur etc. und natürlich aus eigenen Erfahrungen. Sollte sich doch mal ein kleiner Fehler eingeschlichen haben, so schicke doch einfach eine Mail an info@hdsurround.ch. Sonstige Fragen oder Meinungen kannst du ebenfalls an diese Adresse schicken.
Beginnen möchten wir gleich mal mit den wichtigsten Fachbegriffen, die du einfach kennen musst, um auch die restliche Materie zu verstehen. Hier also ein kleiner Auszug:
Begriffserklärungen
- AC-3: Audio Coding 3. Komprimierungsverfahren von Dolby Digital 5.1. Häufig gleichzustellen mit Dolby Digital 5.1. (=AC-3 5.1)
- Dolby: Weltberühmte Firma, die von Ray Dolby ins Leben gerufen wurde. Die Firma ist federführend auf dem Gebiet von audiotechnischen Entwicklungen. Entwickler der Rauschunterdrückungsverfahren Dolby B, C, S und der Tonformate Dolby Surround, Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 5.1 EX.
- Dolby Digital 5.1: Tonstandardformat für das Kino wie auch für die DVD und die Laserdisc. 5 vollwertige Kanäle plus Subwoofer bezeichnet mit .1.
- Dolby Digital Surround EX: Für das Kino entwickeltes Tonformat mit erweitertem Surroundbereich, genannt Back-Surround oder Center-Surround. (matrixcodiert)
- Dolby Digital (5.1) EX: 5.1-Format mit erweitertem Surroundbereich für das Heimkino genannt Back-Surround oder Center-Surround. Abwärtskompatibel zu Dolby Digital 5.1. Entspricht tonal dem Dolby Digital Surround EX System der Kinos.
- DTS: Steht für Digital Theater Systems. Grösster Konkurrent von Dolby. Digital Theater Systems, Inc. entwickelte die Tonformate DTS, DTS 96/24, DTS-ES 6.1 Matrix und DTS-ES 6.1. Discrete. Nebenbei produziert die Firma auch CDs und Musik-DVDs.
- DTS 5.1: Tonformat für das Kino wie auch für die DVD, ein paar wenige CDs und Laserdiscs. 5 vollwertige Kanäle plus Subwoofer. Im Unterschied zum Kino wird ein anderes Komprimierungsverfahren für die DTS-CDs und DTS-DVDs benutzt (Coherent Acoustics bei Heimkino-Medien)
- DTS-ES 6.1 Matrix: 5.1-Format mit erweitertem Surroundbereich (Back-Surround). Beruht auf dem gleichen Prinzip (Matrixcodierung) wie Dolby Digital 5.1 EX. Findet sowohl im Kino als auch Zuhause Anwendung. Abwärtskompatibel zu DTS 5.1.
- DTS-ES 6.1 Discrete: Echtes 6.1-Format mit diskretem Back-Surround. Abwärtskompatibel zu DTS-ES 6.1 Matrix und DTS 5.1. Findet im Gegensatz zu DTS-ES 6.1 Matrix nur im Heimkino Anwendung.
- DVB: Digital Video Broadcasting. Digitales Fernsehen über Satellit.
- DVB-T: Digital Video Broadcasting Terrestrial. Terrestrisches digitales Fernsehen. Empfangbar über eine Antenne.
- DVD: Digital Versatile (=vielseitig) Disc.
- D-VHS: Steht für Digital Video Home System. Digitale Variante des analogen VHS-Bandes. Jüngste Verbreitung in den USA und Japan.
- Flag: EX/ES-Kennung im digitalen Datenstrom, welche das automatische Umschalten des Receivers in den korrekten Decodier-Modus vornimmt.
- HDTV: High Definition Television. Hochauflösendes Fernsehen (1920 x 1080 in der besten Auflösung).
- Laserdisc: Discformat, welches es erstmals ermöglichte, digitalen 5.1-Sound (Dolby Digital oder DTS) auf Disc zu bringen. Wurde durch die DVD vollkommen ersetzt.
- LFE: Abkürzung für Low Frequenzy Effect. Kanal, der die tiefen Töne wiedergibt. (Subwoofer). Bei Dolby Digital 5.1 bedeutet .1, dass die tiefen Töne über einen separaten Kanal wiedergegeben werden.
- RC: Abkürzung für "Regional Code". Die meisten DVDs sind mit einem Ländercode versehen, damit diese nicht auf Playern, die einen anderen Ländercode vorweisen, ausserhalb des vorgesehenen Raumes abgespielt werden können. Dieser Ländercode lässt sich aber mit einer sogenannten Codefree-Schaltung beim Player umgehen, da dieser nun alle DVDs sämtlicher Ländercodes abspielen kann. Die europäischen DVDs wurden meistens mit dem RC2 belegt, während amerikanische DVDs den RC1 vorweisen.
- SDDS: Steht für Sony Dynamic Digital Sound und wurde, wie der Name schon sagt, von Sony entwickelt. Dieses Tonformat gibt es bisher nur im Kino in zwei Varianten: 5.1 oder 7.1 mit zwei weiteren Frontlautsprechern (Mitte links und Mitte rechts). Obwohl im DVD-Standart enthalten, wird dieses Format nicht so schnell oder gar nie seinen Weg auf die runde Scheibe finden.
- Subwoofer: Lautsprecher, der nur tiefe Töne bis zirka 120 Hz wiedergibt. Da das menschliche Ohr so tiefe Töne nicht orten kann, ist der Aufstellungsort nicht wichtig.
- Sweet Spot: Die optimale Hörposition. Surround-Anlagen klingen nicht überall im Raum gleich. Bei ungünstigen Sitzpositionen leidet das Klangempfinden deutlich. Ausgewogen ist das Klangfeld nur im sogenannten "Sweet Spot", meist im Zentrum des Raumes.
- THX: Qualitätsnorm für beste Bild- und Tonwiedergabe. Entwickelt von Lucasfilm Ltd.
- THX Select: THX Select ist besser geeignet für die Grösse und die Hörabstände in den meisten Wohnzimmern, also ca. 57 Kubikmeter. Es spiegelt die Anforderungen von modernem Programmmaterial, insbesondere von digitalem Mehrkanalton, genau wider. Ist eher auf europäische Raummasse ausgelegt. THX Select ist toleranter bezüglich Aufstellung und Abstrahlverhalten von Lautsprecher und beinhaltet einige THX-Postprocessing-Algorithmen der THX-Ultra-Variante nicht.
- THX Ultra: THX Ultra wurde ursprünglich als Studio-Referenz erschaffen und ist ein umfangreicher Normensatz für Leistung, Merkmale und innovative Techniken. Er gilt für Komponenten, die in Räumen mit mehr als 85 Kubikmeter eingesetzt werden. Ist also eher auf amerikanische Räume ausgelegt. Konzentriert sich auf perfekte Tonwiedergabe bei Kino-Filmen. Für den Heimkino-Bereich geschaffene Verstärker mit THX Ultra Zertifikat wenden einige Nachbearbeitungs-Algorithmen (sog. "THX Postprocessing") an, um die für Kino produzierte Tonsignale für den akustisch andersartigen Heimkino-Raum anzupassen.
- THX Ultra 2: THX Ultra wurde durch mehrere Erweiterungen aktualisiert und heisst jetzt "THX Ultra 2". Es kann jetzt richtige Surround-Felder über ein einziges festes 7.1- Lautsprechersystem für Filme und Musik erzeugen, obwohl diese beiden für eine unterschiedliche Lautsprecheranordnung aufgezeichnet und verarbeitet wurden. "THX Ultra 2" erweitert den Bassbereich nach unten bis 20 Hz und weist jetzt Boundary Gain Compenstion (Kompensation der Grenzbereichsverstärkung) auf, was das System raumunabhängig macht.
- THX Surround EX: Bezeichnung für Wiedergabe von DD 5.1 EX bei THX-zertifzierten-Receivern.
- THX Surround EX 7.1: 6.1-Wiedergabe mit zwei Back-Surrounds, welche beide mit dem gleichen Signal versorgt werden. Bessere Schallverteilung als beim System mit nur einem Back-Surround.
Was ist Extended Surround?
Um
die Wiedergabe des Tones über 360° noch präziser definieren
zu können, haben sowohl Dolby als auch DTS eine bezüglich dem
5.1-Verfahren erweiterte Variante geschaffen. Diese Extended-Surround-Verfahren
verfügen über einen zusätzlichen Surroundkanal, der hinten
in der Mitte aufgestellt wird. Dolby Digital 5.1 EX (=Extended) verschlüsselt
den zusätzlichen Kanal in den beiden bestehenden Surroundkanälen
mittels dem Matrixverfahren. Das Tonsignal des Surround-EX-Kanals befindet
sich dabei im linken und rechten Surround-Kanal. Ohne EX-Codierung ertönt
das Tonsignal aus diesen beiden Lautsprechern. Es ist dadurch rückwärtskompatibel
zu Dolby Digital 5.1. Bei eingeschalteter EX-Codierung wird dieses Signal
aus den beiden Surround-Kanälen herausgefiltert und über den
Back-Surround-Kanal wiedergegeben.
Da dank der Matrix-Codierung die Abwärtskompatibilität zu vorangehenden
Technologien (in diesem Falle 5.1-Ton) heute marktstrategisch enorm wichtig
ist, konnte sich die erweiterte Tonnorm im Kino und auf DVD sehr schnell
etablieren.
Bei DTS wird die erweiterte (=extended) Variante mit ES (Extended-Surround)
bezeichnet, welche ebenfalls die Matrix-Technologie benutzt um die Abwärtskompatibilität
zu gewährleisten. Das Sonderformat DTS-ES 6.1 Discrete beinhaltet
alle sechs Kanäle plus Subwoofer unabhängig (=diskret) voneinander.
Hier wird noch bessere Kanaltrennung gewährleistet. Denn das Herausfiltern
des Surround-Back-Tonsignals bei DTS-ES 6.1 Matrix (und bei Dolby Digital
5.1 EX) hat fliessende Übergänge und kann deshalb nie ganz perfekt
ablaufen.
Überblick über die Extended-Surround-Formate im Heimkino
| Tonformat | DD 5.1 EX | DTS-ES 6.1 Matrix | DTS-ES 6.1 Discrete |
| Vorhandene Software | DVD, D-VHS, Laserdisc, DVB- und DVB-T-Ausstrahlungen, HDTV-Ausstrahlungen | DVD | DVD, CD |
| Codierverfahren | Audio Coding 3 (AC-3) | Coherent Acoustics (CAC) | Coherent Acoustics (CAC) |
| Datenraten | DVD: 384/448 kbps D-VHS: 578 kbps | 768/1536 kbps | 768/1536 kbps |
| Flag (bisher nur auf DVDs und DTS-CDs vorhanden) | Ja, ist aber nicht immer gesetzt. | Ja, ist aber nicht immer gesetzt. | Ja, ist immer vorhanden. |
| Kanäle vor Codierung | 6.1 | 6.1 | 6.1 |
| Übertragungskanäle | 5.1 | 5.1 | 6.1 |
| Kanäle nach Decodierung | 6.1 | 6.1 | 6.1 |
| Frequenzgang | 20 Hz - 20 kHz | 20 Hz - 20 kHz | 20 Hz - 20 kHz |
| Tieftonfrequenzgang | 20 Hz - 120 kHz | 5 Hz - 120 kHz | 5 Hz - 120 kHz |
| Dynamik | 100 dB | 120 dB | 120 dB |
Aufstellung der Lautsprecher eines 5.1 und 5.1 EX-Systems. In den beiden Skizzen werden für den Surround-Back-Kanal zwei Lautsprecher verwendet, welche mit dem gleichen Signal gespiesen werden. Dies ist vor allem bei grossen Räumen von Vorteil (bessere Ton-Verteilung). Diese Aufstellung wird auch mit "7.1" bezeichnet im Gegensatz zu 6.1 mit einem Surround-Back Lautsprecher. |
Was brauche ich?
- Receiver oder Verstärker mit Decoder für Dolby Digital 5.1 EX und DTS-ES 6.1 Matrix und Discrete
- DVD-Player mit optischem oder koaxialem Ausgang.
- Lautsprecher: 2 Frontlautsprecher (Front Left und Right), 1 Centerlautsprecher (Front Center), 2 Surroundspeaker (Surround Left und Right), 1 oder 2 Back-Surround(s) und 1 oder 2 Subwoofer (LFE)
- Natürlich Software in diesen Formaten. Mehr dazu unter: "Wie erkenne ich Software in den Extended-Surround-Formaten?"
Was muss ich beim Kauf beachten?
1. Der Receiver
Wir empfehlen Receiver der Marken Denon, Pioneer, Kenwood, Onkyo, Marantz, Yamaha, Technics, Sony, Harman Kardon oder für gut betuchte Kunden Vorstufen von TAG McLaren, Lexicon, ROTEL etc. DVDSurround hat selber sehr gute Erfahrungen mit dem Kenwood KRF-9060D gemacht, welcher beachtliche Qualitäten für einen sehr guten Preis vorweisen kann. Der Receiver sollte folgenden Anforderungen entsprechen: Mind. 100 Watt Leistung, alle wichtigen Decoder (DD 5.1 EX, DTS-ES 6.1 Matrix/Discrete) an Bord und 7.1-Eingang, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein. Besonders zu beachten ist, dass der Receiver bereits eine eingebaute Endstufe für den Back-Surround parat hält. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss eine zusätzliche Endstufe für den Back-Surround gekauft werden. Vorsicht sei auch bei den Tonformaten geboten. Prangt am Receiver das DTS-ES-Symbol, heisst dies noch nicht, dass auch die Discrete-Variante automatisch mit an Bord ist. So ist beispielsweise der Receiver SA-HE100EG-K von Panasonic nur mit einem Decoder für DTS-ES 6.1 Matrix ausgestattet. DVDSurround selber hat auch sehr gute Erfahrungen mit dem THX-Select-Zertifikat gemacht, das für kleinere Räume sehr gut geeignet ist. Wir empfehlen deshalb Receiver mit THX Select oder THX Ultra (2) Zertifikat.
2. Der DVD-Player
Hier muss eigentlich nicht viel beachtet werden. Da DTS-Out schon lange Standart ist, kann jeder DVD-Player mit optischem oder koaxialem Ausgang alle Tonformate ausgeben. DVD-Player mit eingebauten Decodern für DD 5.1 EX, DTS-ES 6.1 Matrix/Discrete gibt es bisher noch nicht. Jedoch liess Sherwood dieses Jahr verlauten, einen DVD-Player mit allen notwendigen Decodern auf den Markt zu bringen. Wir empfehlen sowieso einen externen Decoder und nicht den eingebauten Decoder im Player zu nutzen, da der interne Decoder eigentlich immer schlechter ist als der externe und viel weniger Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.
3. Die Lautsprecher
Wer genügend Geld hat, dem empfehlen wir Boxensets von Teufel, Jamo, Magnat, Canton, Nubert oder Magnat. Von jeder dieser Marken gibt es komplette Sets, die perfekt auf die Wiedergabe von Surround-Ton ausgerichtet sind. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Front- und Rücklautsprecher meistens gleich sind, was sehr wünschenswert ist, da alle Kanäle von gleicher Wichtigkeit sind. Wie immer gilt: Zuerst anhören, dann kaufen.
Aufstellung der Lautsprecher
Natürlich gibt es keine Lösung, die für alle Räume gilt. Es ist also immer anzuraten, selber Tests anzustellen, bis der gewünschte Klang erreicht ist. Trotzdem gibt es ein paar Regeln, die man beim Aufstellen beachten sollte:
- Der linke und der rechte Surround-Lautsprecher sollten links beziehungsweise rechts von der Hörposition oder ein wenig dahinter, oberhalb der Ohrenhöhe (bei grösseren Entfernungen bis zu 1 Meter) installiert werden.
- Der Back-Surround sollte direkt hinter der Hörzone und zwar genau zwischen den beiden Surround-Speakern installiert werden. Ebenfalls sollte er auf gleicher Höhe wie die Surround-Speaker angeordnet werden.
- Wenn du zwei Back-Surrounds verwendest, so sollten diese in einem Mindestabstand von 120 cm installiert werden.
- Die besten Resultate werden erzielt mit identischen Lautsprechermodellen für alle Surround-Kanäle.
- Je nach persönlichem Geschmack (diffus oder ortbar) wählst du die Lautsprecher aus. Wir von DVDSurround machten gute Resultate mit Direktstrahlern für die Front- wie auch Surroundkanäle und einem Dipollautsprecher für den Back-Surround.
Anmerkung: Heimkino-Räume sind so verschieden untereinander, so dass nie eine "Vorhersage" für guten Ton gemacht werden kann. Hier braucht es viel Geduld und ein wenig Detailverliebtheit. Am besten sollte man die Einrichtung immer zu zweit vornehmen. Vier Ohren hören manches mehr als zwei. Es lohnt sich immer die Lautsprecher mehrmals zu verschieben, um alle Möglichkeiten auszutesten. Die Autoren dieses Textes haben schon mehrere Stunden an einer Boxen-Aufstellung gefeilt. Mit sehr gutem Ergebnis!
Konfiguration der Lautsprecher
Ebenso wichtig wie die Aufstellung, und oft viel zu wenig beachtet, ist die Einstellung der Ton-Signale per Receiver. Jeder gute Heimkino-Receiver lässt sich per Menü mit den folgenden Optionen auf das jeweilige Lautsprecher-Set einstellen.
Delay: Da sich die 5 bis 7 Lautsprecher (ohne Subwoofer) nie gleich entfernt vom Zuhörer befinden, muss die Tonverzögerung in Millisekunden (oder gleich in Metern) angepasst werden. Schallwellen breiten sich pro 1/1000 s rund 30 cm aus. Ohne Anpassung treffen Signale einiger Lautsprecher verspätet oder verfrüht ein, was ein (unbewusst) unharmonisches Klangbild zur Folge hat, obwohl es sich um sehr kurze Zeitintervalle handelt. Deshalb muss die Verzögerung angepasst werden (engl. "Delay")
Bass-Management: Nicht immer sind alle Lautsprecher eines Heimkino-Sets in der Lage das volle Frequenzspektrum wiederzugeben. Häufig werden als Surround-Lautsprecher kleinere Chassis eingesetzt ohne Tieftöner, welche also nicht in der Lage sind, tiefe Basstöne wiederzugeben. Hierbei muss beim Receiver eingestellt werden, welche Lautsprecher Bass-fähig sind (Einstellung "Large" oder "Small"). In diesem Falle werden die Bassanteile der kleineren Lautsprecher auf die Grösseren oder auf den Subwoofer umgeleitet, um die Signale nicht einfach im Nirvana verschwinden zu lassen.
Wie erkenne ich Software in den Extended-Surround-Formaten?
Das ist nicht immer so einfach und deshalb haben wir eigentlich diese Internetseite ins Leben gerufen. Leider meinen immer noch viele Hersteller, den Kunden mit der Angabe von Dolby Digital 5.1 EX, DTS-ES 6.1 Matrix/Discrete zu verwirren und vermerken es deshalb nicht auf der Packung. Besonders interessant macht dies Buena Vista Home Entertainment Deutschland: Sie setzen vielfach die Flags korrekt, führen dies aber nicht auf ihren Packungen auf! (Bsp. "Atlantis - The Lost Empire", "Monsters, Inc.", "Signs" (nur Flag für DTS-ES 6.1 Matrix)) Ebenfalls wurden folgende Filme anderer Hersteller ebenfalls mit Flags versehen, ohne auf der Verpackung auf Extended-Surround hinzuweisen: "Malice", "Jurassic Park III" (Flags nur auf RC1 Amerika), "Minority Report" (DD 5.1 EX Flag nur auf RC1 Amerika) und "Paul McCartney - Back in U.S." (nur Flag für DTS-ES 6.1 Matrix). Unter "Komplette EX/ES-Liste" findest du alle uns bekannten Titel in DD 5.1 EX, DTS-ES 6.1 Matrix und DTS-ES 6.1 Discrete. Bei einigen Titeln, die in EX/ES im Kino aufgeführt wurden, ist leider nichts davon auf der Packung vermerkt. Als Faustregel gilt aber: Wenn der Film im Kino in Dolby Digital Surround EX und/oder DTS-ES aufgeführt wurde, so ist auch der Soundtrack der DVD in diesem Format vorhanden (es sei denn, die DVD-Tonspur ist nicht in Dolby Digital 5.1, sondern in Dolby Digital 1.0, 2.0, 4.0, 4.1 etc. ) vorhanden. Auch alle Titel, die auf der Packung nicht als EX-/ES-codiert ausgewiesen werden, wurden von uns ausfindig gemacht und sind in der "Kompletten EX-/ES-Liste" unter "Inoffizielle EX-/ES-Titel" zu finden. Eigentlich sollten unsere Listen reichen um EX-/ES-Titel ausfindig zu machen. Wir möchten dir aber trotzdem nicht vorenthalten, wie du selber solche Titel erkennen kannst. Deshalb hier eine Übersicht mit den wichtigsten Erkennungsmerkmalen.
Folgende Angaben auf den DVD-Packungen werden von den grossen Anbietern benutzt:
Anchor
Bay Entertainment (USA): Dolby Digital Surround EX, Digital Surround 6.1
DTS-ES
Artisan (USA): 5.1 Dolby-EX, DTS-ES 6.1
Blue Underground (USA): 5.1 Dolby Digital Surround EX, 6.1 DTS-ES
BMG/Universum: Dolby Digital 5.1 Surround EX, DTS ES Discrete 6.1
Buena Vista Home Entertainment (USA): Dolby Digital Surround EX
Columbia TriStar: Dolby Digital Surround EX
DreamWorks SKG: Dolby Digital 5.1 (mit korrektem Kanallayout-Symbol von
DD 5.1 EX), DTS-ES 6.1 Surround
EuroVideo: Dolby Digital 5.1 EX
Laser Paradise: DD 5.1 EX, DTS 6.1 ES
Manga Entertainment (USA): 5.1 Dolby Digital EX Surround, 6.1 DTS ES Surround
MGM (James Bond - Die Another Day im DVD-Menü): Dolby Digital Surround
EX, DTS-ES
New Line Cinema (USA): Dolby Digital EX 5.1 Surround Sound, DTS-ES 6.1
Surround Sound, neu auch Dolby Digital 5.1 EX
Paramount: Dolby Digital 5.1 EX
Twentieth Century Fox: Dolby 5.1 EX
Universal: 5.1 EX, DTS 5.1 ES
VCL/MAWA: DD EX, DTS ES 6.1 discrete
Warner: Dolby Digital 5.1 EX, DTS-ES
Oder vielfach werden diese Informationen einfach nicht vermerkt! (siehe Einleitung zu "Wie erkenne ich DVDs in den Extended-Surround-Formaten?")
Weitere verwendete Angaben:
- 6.1 DTS-ES
- 6.1 ES
- 5.1 Dolby Digital EX
oder die von DVDSurround häufig verwendete Abkürzung DD 5.1 EX
Ein grosses Problem stellen Angaben wie DTS-ES, 6.1 DTS-ES oder DTS-ES 6.1 etc. dar. Oftmals wird aus diesen Angaben nicht klar, ob die Tonspur nun DTS-ES 6.1 Discrete oder DTS-ES 6.1 Matrix codiert ist. Anscheinend hat DTS hier nie irgendwelche Richtlinien zur Identifikation von Titeln in DTS-ES erlassen und deshalb herrscht Willkür bei deren Beschriftung. Hier geht probieren über studieren oder einfacher: Einen kurzen Blick auf unsere EX-/ES-Liste werfen.
Ebenfalls verwendete, aber irreführende Angaben, da es sich bei DD 5.1 EX nicht um ein diskretes 6.1-Format handelt:
- Dolby 6.1
- Dolby Digital 6.1 EX
- Dolby Digital 6.1
- Dolby Digital Surround EX 6.1
- 6.1 Dolby Digital Surround EX
- Dolby 6.1 EX Surround
Die Software ist auch erkennbar an den so genannten Kanallayouts:
Bei Dolby Digital 5.1 EX ist das Quadrat hinten in der Mitte nicht ausgefüllt, da es keinen diskreten Kanal darstellt.
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| Kanallayouts von Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 5.1 EX. Entsprechend der Lautsprecher-Aufstellung von vorne links, rechts und mitte und hinten links und rechts (und matrixcodiertem Center bei 5.1 EX) sowie Subwoofer (mitte). |
Bei DTS-ES 6.1 hingegen ist es ausgefüllt, da es sich um einen vollwertigen (=diskreten) Kanal handelt.
Oder Logos der Tonformate:

Vielfach wird auch dieses Logo verwendet:

Dieses Logo ist eigentlich dem Kino vorbehalten und sollte laut Dolby nicht auf der DVD-Packung landen. Trotzdem wurde es von einigen Herstellern schon vielfach verwendet, da es bisher kein offizielles Logo für DD-EX-DVD-Veröffentlichungen gibt.
Leider wurden auch sehr wenige Titel mit den Flags, das wohl beste Erkennungsmerkmal für Software in Extended-Surround, für Dolby Digital 5.1 EX und DTS-ES 6.1 Matrix versehen. Alle Titel mit Flags wurden übrigens in der "Kompletten EX/ES-Liste" als solche vermerkt (kursiv und gelb).
Es lohnt sich auf immer, mal kurz das Tonauswahlmenü aufzurufen. Grund: Hier und da wird die EX-Codierung dort ausgewiesen und auf dem Cover nicht. Berühmte Beispiele stellen "James Bond - Die Another Day", "Hard Boiled" und "True Romance" dar.
"Schwarze Schafe"
Vorsicht sei auch vor "Schwarzen Schafen" geboten: Gleich zwei davon hat BMG (jetzt Universum Film) mehr oder weniger absichtlich auf den Markt geworfen: "The Fifth Element" Deluxe Edition und "Hannibal". Laut Cover sollten auf beiden dieser Discs Tonspuren in DTS-ES 6.1 Discrete vorhanden sein. Dies ist aber nicht korrekt, da sehr wahrscheinlich bei DTS höchstpersönlich Fehler gemacht wurden und so anstelle von DTS-ES 6.1 Discrete die Spuren "nur" in DTS-ES 6.1 Matrix vorhanden sind. Universum Film hat dies bei der Zweitauflage von "Hannibal" berücksichtigt und deshalb auf dem Cover korrigiert. Von "The Fifth Element" DE gibt es (noch) keine Zweitauflage und so befinden sich nur DVDs mit falschem Cover im Umlauf. Ein weiteres "Schwarzes Schaf" stellt "Pearl Harbor" RC1 + RC2 dar. Bei der ersten Version wurde bei der englischen Tonspur versehentlich ein Flag für DD 5.1 EX gesetzt, obwohl der Film nicht in diesem Format abgemischt wurde! Auch hier wurde dieser Fehler bei den darauf folgenden Versionen korrigiert. Ebenfalls vielfach als DD 5.1 EX ausgewiesen wird "X-Men". Leider ist auch dieser nicht EX-codiert, obwohl dies eigentlich mal, wie bei "Pearl Harbor", geplant war. Die Toningenieure hatten bei diesem Film schlicht und einfach keine Zeit mehr einen EX-Mix zu erstellen und so wurde es dann halt nur ein 5.1-Mix. Interessanterweise wurde sogar ein EX-Trailer ("Waterfall") von Dolby hergestellt, der vor dem Film "X-Men" gezeigt werden sollte!
Die Sache mit dem Abspann
Eigentlich sollten alle Filme, die bereits für das Kino in Dolby Digital Surround EX und/oder DTS-ES abgemischt wurden, am Ende des Abspanns mit den Logos dieser beiden Tonformate versehen werden. Leider ist dies auch heute noch zu selten der Fall. So wurden bekannte EX-Abmischungen wie "Minority Report", "Toy Story II", "Monsters, Inc.", "Lord of the Rings - The Fellowship of the Ring", (korrekt aber bei Teil 2 der Triologie) "A. I. - Artificial Intelligence" etc. nicht mit diesen Logos, wohl aber mit den normalen Dolby-Digital- und DTS-Logos im Abspann versehen.
Wir von DVDSurround empfehlen trotzdem immer den Abspann bis zu Ende zu schauen, weil auch die anderen Filmschaffenden es verdient haben, aufgeführt und gesehen zu werden. Und ein weiterer wichtiger Grund, den Abspann zu schauen, ist gerade auch die Aufführung der Tonformate am Schluss des Abspanns. Es könnte mal vorkommen, dass du plötzlich einen Film in Dolby Digital Surround EX sichtest, von dem nicht mal Dolby weiss! Wenn am Ende des Films diese Logos (Dolby Digital Surround EX, DTS-ES) stehen, kann man zu 99% drauf gehen, dass der Film auch wirklich so abgemischt wurden. Deshalb gilt die Devise: Immer die Augen offen halten beim Abspann!
Hier eine kleine Auflistung von Filmabspännen mit Logos der Extended-Surround-Formate ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Atlantis
- The Lost Empire
Avalon
Bang Rjan
Blade II
Chicken Run
Down
Escape to Paradise (CH)
E. T. - The Extraterrestrial Re-issue
Guerreros
Harry Potter and Philosopher's Stone
Harry Potter and the Chamber of Secrets (plus DTS-ES-Logo)
James Bond - Die Another Day (plus DTS-ES-Logo)
Lord of the Rings II - The Two Towers
Mission to Mars
Peuple Migrateur, Le - Winged Migration (F)
Pirates of the Carribean
Pitch Black
Signs
Star Wars: Episode I - The Phantom Menace
Star Wars: Episode II - Attack of the Clones (plus DTS-ES-Logo)
Taxi 3 (plus DTS-ES-Logo)
Unbreakable
Neuabmischungen
Besonders den deutschen Tontechniker (Bsp.: "Sleepy Hollow", "Resident Evil" SE, "Hannibal", "The Fifth Element", "Lake Placid") haben es die Neuabmischungen in die Extended-Surround-Sound-Formate angetan. Aber auch die Amerikaner (allen voran Blue Underground) veröffentlichen in letzter Zeit viele ihrer Kult-Horrorfilme in DD 5.1 EX und vielfach auch in DTS-ES 6.1 Discrete. So werden alle Jahre wieder Filme, die im Kino nur 5.1 waren, neu abgemischt in DD 5.1 EX und DTS-ES 6.1 Matrix/Discrete veröffentlicht. Jeder Film, der vor 1999 (erster Film in Dolby Digital Surround EX: "Star Wars: Episode I - The Phantom Menace") in die Kinos kam, und auf DVD in DD 5.1 EX oder DTS-ES erscheint, muss eine Neuabmischung sein. Durch diese Remixes bietet uns die DVD mehr Filme in Extended-Surround-Sound als das Kino!
Was mache ich bei Filmen ohne Flag?
Die ersten Filme in Dolby Digital 5.1 EX wurden bekanntlich ohne Flags ausgestattet. Hier musst du deinen Receiver von Hand in den richtigen Modus schalten, resp. den Back-Surround manuell einschalten. Inzwischen kann man die Flags mit einem Programm sogar selber setzen. So kann man seine eigene Kopie mit Flag anfertigen! Eine Anleitung dazu wird bald auf der DVDSurround-Homepage zu finden sein.
Vorteile von Extended-Surround gegenüber herkömmlichen 5.1-Ton
Hier eine kleine Auflistung der Vorteile von Extended-Surround-Sound:
- Tonwiedergabe wird realistischer, da endlich ein 360°-Klangfeld entstehen kann.
- Der Sweet Spot wird praktisch eliminiert. Der Zuschauer muss nicht mehr genau in der Mitte sitzen, um in den Genuss von perfektem Raumklang zu kommen.
- Toneffekte können endlich hinter dem Zuschauer platziert werden.
- Filme in Extended-Surround tönen einfach besser und können noch mehr räumliche Details reproduzieren. Der Zuschauer wird noch intensiver in die Handlung einbezogen.
- Es werden realistischere direktionale und kreisende Effekte möglich.
- Bessere Klangverteilung im Rückraum bei geringeren Abständen zu den Boxen. Daher ist Extended-Surround auch besonders für kleinere Räume sinnvoll.
Empfehlenswerte Software
Wir von DVDSurround haben schon einige Titel in Dolby Digital 5.1 EX, DTS-ES 6.1 Matrix und DTS-ES 6.1 Discrete gehört und möchten deshalb auch auf dieser Seite einige empfehlenswerte Titel angeben, die wirklich ALLES aus deinem EX-/ES-Receiver rausholen. Eigentlich lässt sich sagen, dass EX/ES bisher bei jedem Film (der auch wirklich EX-/ES-codiert ist), sei dies nun eine Komödie wie "102 Dalmatians" oder knallharte Action à la "Blade II", etwas gebracht hat. Es soll auch Filme in 5.1 geben, die mit eingeschaltetem Back-Surround gut klingen. Wir raten aber davon ab, da diese Einstellung nicht dem Willen des Tonmeisters entspricht und so zu einer Art "Verfälschung" des Soundtracks führt. Vielfach bei älteren Mischungen (vor allem wenn beide hinteren Surrounds mit den gleichen Signalen versorgt werden) kann der Ton nämlich nach hinten zusammenfallen, da das Geräusch nur noch aus dem hinteren Center ertönt. Bei EX-codierten Filmen schliesst man diesen Effekt aus, indem gleiche Signale für beide Surrounds jeweils um 45° in der Phase verschoben werden. Somit kann sie der Matrix-Decoder nicht auf den Back-Surround legen. Wir hören uns deshalb Filme nur in Extended-Surround an, wenn diese auch so abgemischt wurden.
Hier also nun ein paar empfehlenswerte Titel, die besonders gut in Extended-Surround-Sound klingen:
- "Avalon"
- Der Geheimtipp (DD 5.1 EX)
Avalon ist wirklich ein akustischer Geheimtipp! Wie uns das Dolby Digital Surround EX Zeichen im Abspann des Films offenbart, wurde der Film in DD 5.1 EX abgemischt und dies in einer Art, die ihresgleichen sucht. Die ganze Zeit wird man von einem realistischen Tonfeld umhüllt und dies mit tatkräftiger Unterstützung des Back-Surrounds. Besonders erwähnenswert ist auch die Tonqualität, die nicht besser sein könnte. Beim Musikkonzert gegen Ende des Filmes kommt eine Liveatmosphäre auf, die selten von einer Musik-DVD erreicht wird. Absolutes Referenzmaterial für deinen EX-/ES-Receiver! Natürlich abgemischt von zwei alten Hasen: Randy Thom und Tom Myers von Skywalker Sound. Übrigens existiert auch eine polnische Variante des Filmes in DTS-ES 6.1 Discrete, die wir leider noch nie testen konnten, bestimmt aber sehr empfehlenswert ist. Zum Film Avalon gibt es unter folgendem Link auch ein Review. - "Atlantis
- The Lost Empire" - Kinderfilm
mit Bombastsound (DTS-ES 6.1 Matrix)
Hier legte der Erfinder von Dolby Digital Surround EX Gary Rydstrom selber Hand an und lieferte ein geniales Sounddesign ab. Wo es nur ging, wurde der EX-Kanal ins Geschehen miteinbezogen. Besonders eindrücklich in der Glühwürmchensequenz und natürlich im actionlastigen Finale. Auch bezüglich Tonqualität 1A. Am besten gleich in DTS-ES 6.1 Matrix anhören! (mit Flag auf RC2 Deutschland). Hier geht's zum Review der RC1. - "Blade
II" RC1 - Splitsurround en masse (DTS-ES 6.1 Discrete)
Ja, was soll man zu diesem Film sagen? Eigentlich nur eines: Bombastisch! Wer auf direktionale Effekte in DTS-ES 6.1 Discrete steht, dem sei "Blade 2" RC1 wärmstens empfohlen. Noch nie wurde der Back-Surround so gekonnt für Surround- und Splitsurroundeffekte eingesetzt. Ein wirklich referenzmässige Tonabmischung aus dem Hause MiCasa! Bitte nicht die deutsche DVD von Warner in DD 5.1 EX kaufen, sondern gleich die RC1 aus Amerika oder die RC2 aus England bestellen! Die englische DTS-ES-Variante ist dem deutschen DD 5.1 EX Track nämlich haushoch überlegen. Absolutes 6.1-Demomaterial! - "Fight
Club"
- Der Atmosphärenkönig (DD 5.1 EX)
Fight Club setzt weniger auf direktionale Effekte, dafür aber auf einen besonders ausgefeilten Raumklang: Autos sausen umher, Echos, Geplauder, Regen etc. ertönen in bester Manier aus den Surroundspeakern. Gekonnt wird auch immer der EX-Kanal eingesetzt, der eigentlich den ganzen Film durch nie Ruhe hat. Der Soundtrack überzeugt voll und ganz. Skywalker Sound (Steve Boeddeker, Richard Hymns) sei Dank! - "Harry
Potter and the Sorcerer's Stone"
- Die Subtile (DD 5.1 EX)
Dass auch Kinderfilme nicht unbedingt mit reduzierter Dynamik oder geringerem Surroundgebrauch daherkommen müssen, beweist "Harry Potter and the Philosopher's Stone" sehr eindrücklich. Ausser der Quidditch-Sequenz sind zwar nicht sehr viele Splitsurroundeffektszenen vorhanden, der Filmsoundtrack kann aber durch eine tolle Atmosphäre voll überzeugen. Besonders erwähnenswert ist die Szene als zig Briefeulen von überall her Briefe bringen. Perfekt wurde hier der Back-Surround für raumfüllenden Sound eingesetzt: Man hört überall Briefe rumflattern. Dies ist aber längst nicht die einzige Szene mit tollem Raumklang. Einfach mal reinhören, es lohnt sich! - "The
Haunting" RC1 - Die Perfekte (DTS-ES 6.1 Discrete)
Neben "Blade" die beste DVD in DTS-ES 6.1 Discrete auf dem Markt. Wer auf den ultimativen Bass steht, kommt hier auf seine Kosten. Wahrscheinlich kommt keine andere DVD mit solch einem tiefen wie auch perfekten Bass daher. Aber auch der Rest des Soundtracks kann voll überzeugen. Das Dreamteam Gary Rydstrom und Gary Summers von Skywalker Sound lieferte einen Soundteppich ab, der bezüglich Back-Surround-Einsatz und Qualität fast alle DVDs in den Schatten stellt. Von bleibendem Eindruck ist vor allem der Zusammenbruch der Wendeltreppe: Es kracht und quietscht aus allen Kanälen. Aber auch die restliche Abmischung mit Echos und sonstigen räumlichen Effekten en Masse verdient nur die Höchstwertung. An dieser Disc kommt kein EX-/ES-Fan vorbei! - "Lord
of the Rings - The Fellowship of the Ring Special Extended Edition"
- Die High-Endige (DTS-ES 6.1 Discrete)
Eine wahrlich oscarwürdige Leistung lieferten Christopher Boyes, David Farmer, Michael Semanick etc. mit dem Ton zu "Lord of the Rings - The Fellowship of the Ring" ab. Immer wird der Back-Surround (Anspielsequenz: Die Brücke von Khazad-dum) perfekt ins Klanggeschehen integriert und die Qualität der DTS-ES 6.1 Discrete ist 1A! Bassfetischisten dürfen hier auch auf ihre Kosten kommen, da dieser auch hier perfekt eingesetzt wird. Nicht zu stark und nicht zu schwach, sondern genau richtig. Eine wirklich tolle Abmischung! - "Mission
to Mars Platinum Edition" RC2 Deutschland
- Die Überraschung (DTS-ES 6.1 Discrete)
Der Film mag ja nicht jedermanns Geschmack sein, der Sound sollte aber auch den höchsten Ansprüchen genügen. Auch hier wird nicht unbedingt auf direktionale Effekte gesetzt, sondern viel mehr auf einen tollen Raumklang. Wer endlich mal einen Marssturm in 6.1 bei sich Zuhause geniessen möchte, dem sei "Mission to Mars" empfohlen. Die Qualität des Tons (unbedingt in DTS-ES 6.1 Discrete anhören!) und der Back-Surround-Einsatz sind von allererster Güte. Nicht zu vergessen der ultimative DTS-ES-Discrete-Test: Eine Stimme kreist von einem Lautsprecher zum anderen perfekt um den Zuschauer rum. Zum Review bitte hier entlang. - "Pitch
Black"
- Der beste "Absturz" in der Filmgeschichte (DD 5.1 EX)
Hier zeichnete wiederum das Skywalker-Sound-Team mit Tom Myers, Lora Hirschberg und Tom Johnson verantwortlich für eine Sounddesign, das seinesgleichen sucht. Ein wirklicher Ohrenschmaus stellt der Absturz des Raumschiffes zu Beginn des Filmes dar: Aus allen Lautsprechern ertönen Warnsignale, es scheppert und klempnert bis der Absturz mit voller Wucht erfolgt. Die Glasscheibe zerspringt in ihre Teile, die wiederum durch die hinteren Lautsprecher (besonders durch den Back-Surround) fliegen. Auch danach ist längst nicht tote Hosen auf den Rears: Immer wieder gibt ein ausserirdisches Monster sein Stelldichein im Back-Surround und an Raumklang wird auch nicht gespart. In Amerika ist auch eine DTS-Version erhältlich. Näheres zu "Pitch Black" in unserem Review. - "Signs"
RC2 Deutschland - Die Homogene (DTS-ES 6.1 Matrix)
Signs ist zwar mehrheitlich ein ruhiger Film, doch der Sound ist alles andere als ruhig. Zwar gibt es kaum direktionale Effekte, dafür wird durch die super Abmischung eine einzigartige Naturkulisse aufgebaut: Gezwitscher, fliegende Vögel, Wind etc. kommen glasklar aus allen Kanälen. Besonders empfehlenswert ist der erste Besuch der Ausserirdischen auf dem Anwesen der Familie. Perfekt hört man einen rennenden Ausserdischen auf dem Dach in allen hinteren Kanälen. Besser hätte man den Back-Surround bei dieser Szene wirklich nicht in der Abmischung einbeziehen können. Wir empfehlen den DTS-ES 6.1 Matrix-Track (mit Flag) der RC2 Deutschland. Auch zu "Signs" gibt es ein Review bei uns. - "Star
Wars: Episode I - The Phantom Menace"
- Die Referenz (DD 5.1 EX)
Als erster Film mit Dolby Digital Surround EX kam "Star Wars: Episode I - The Phantom Menace" und mauserte sich bald zu einer der beliebesten Demodiscs fürs Heimkino. Kein Wunder, denn was hier geboten wird ist schlicht und einfach vom Allerfeinsten. Kein Wunder wenn Top-Soundleute wie Gary Rydstrom, Ben Burtt, Tom Johnson und das Skywalker-Sound-Team dahinter standen. Hier wurde der Back-Surround natürlich bis aufs Letzte ausgereizt und die Abmischung ist auch heute noch eine der Besten überhaupt. Wer diese Disc nicht hat, ist kein Surroundfreak! Gary Rydstrom Rules! - "Star
Wars: Episode II - Attack of the Clones"
- Der würdige Nachfolger (DD 5.1 EX)
Praktisch dasselbe Tonteam wie bei Episode I war hier verantwortlich und wieder wurde ein Tondesign der Extraklasse geschaffen. Der Back-Surround-Einsatz wurde noch mal gesteigert und so darf der begeisterte Heimkinobesitzer zahlreiche Effekte in feinstem DD 5.1 EX auf sich niederprasseln lassen. Besonders zu empfehlen sei hier die Szenen in der Roboterfabrik. Wir warten immer noch auf eine Version in DTS-ES 6.1 Discrete!
Ebenfalls empfehlenswert:
- "Toy Story II" (DD 5.1 EX)
- "James Bond - Die Another Day" (DTS-ES 6.1 Matrix)
- "Terminator II - Judgment Day" (DTS-ES 6.1 Matrix)
Die Zukunft: OverheadChannel
Eine weitere Form der Extended-Surround-Sound-Formate stellt der Overhead-Kanal dar. Der Lautsprecher wird hier nicht hinter dem Zuschauer, sondern an der Decke über dem Zuschauer installiert. Damit wird eine weitere Sounddimension erreicht. Mit "We Were Soldiers" kam auch der erste Film in diesem Format in die Kinos. Hier wurde einfach der Back-Surround als OverheadChannel benutzt, da Dolby Digital 5.1 nicht noch einen weiteren Kanal bieten kann. Der "Sonic Whole Overhead Sound" ist eine Co-Produktion von Regisseur Randall Wallace, Sound Designer Lon Bender (Todd- AO/Soundelux) und den Dolby Labs. Randall Wallace wollte unbedingt, dass der Zuschauer in seinem Kriegsfilm die Helikopter, Jets und Schüsse direkt aus der Luft über seinen Kopf hinweg hört und der Zuschauer sich somit noch mehr im Kriegsgetümmel fühlt. Im Kino ist das System noch gar nicht sehr verbreitet, könnte aber auf DVD durchaus ein Hit werden, obwohl es noch keine Software gibt. Einen AV-Prozessor mit einem Decoder für den Dolby-Deckenkanal gibt es jedenfalls schon von TAG McLaren (AV 32R Dual Processor). Man darf gespannt sein, wie viel dieser Kanal noch zur realistischen Tonwiedergabe beitragen wird.

Kino mit OverheadChannel-Installation
an der Decke in Form von zwei Lautsprecher-Reihen. Dies ermöglicht
ein Klangfeld über den Zuschauer, welches diffus und nicht genau
ortbar ist. Dies ist der bevorzugte Klang im Kino, welcher die Zuschauer
nicht mit auffallenden Effekten aus dem Film reisst, jedoch die räumliche
Tonatmosphäre wirksam unterstützt.
Autoren:
Helfenstein Hannes, Kurmann Patrick (Layout, Abschnitt Lautspecher + Overhead)
www.dvdsurround.ch



