HDSurround >> Backdraft

Die Übersicht

Sprache

Tonformat

Bitrate
(c) Universal Pictures

Deutsch

Dolby Surround

192 kbps

Englisch

Dolby Digital 5.1

384 kbps

Französisch

Dolby Surround

192 kbps

Italienisch

Dolby Surround

192 kbps

Spanisch

Dolby Surround

192 kbps

Surround Bewertung

 

Sehr Gut

 

Studio, Erscheinungsjahr:

Universal, 1991
Verleih, Erscheinungsjahr: Universal , 2002

 

Der Sound von Backdraft

Der Actionfilm "Backdraft" kam 1991, noch 2 Jahre vor der digitalen Mehrkanaltonära, in die Kinos und erfreute damals die Augen mit genialen Effekten von Industrial, Light and Magic. Doch wie siehts denn mit dem Sound aus? Bedeutet diesmal Dolby Digital 5.1 (Englisch) wirklich Mehrkanalton und nicht einfach Dolby Surround oder vielleicht noch schlimmer: Ein vermurkster Upmix? Schon von einigen Filmen wurden wir durch die Angabe "5.1" in die Irre geführt und dementsprechend enttäuscht. Doch wird es diesmal anders sein? Lest selber dazu das nachfolgende Review zu einem Werk von Ron Howard. (Willow, Apollo 13, A Beautiful Mind. Wir testeten ausnahmsweise die englische Tonspur, da nur diese in Dolby Digital 5.1 vorhanden ist.

Ob ihrs glaubt oder nicht, "Backdraft" kann tatsächlich mit einem sensationell guten Raumklang aufwarten. Nun fragen sich einige bestimmt, wie denn das in Gottes Namen möglich ist? Ganz einfach: 70 mm 6-Track und Skywalker Sound. Bei der 5.1-Tonspur handelt es sich nicht um einen Upmix oder dergleichen, sondern um die original 6-Track-Kinotonspur. Dieses Format gestattete schon damals, 6 diskrete Spuren auf einem 70 mm Filmstreifen unterzubringen. Sogar bei "Ben-Hur" (1959) machte man schon Gebrauch davon. Doch auch 6-Track heisst nicht gleich genialer Sound. (siehe "Back to the Future") Es braucht nämlich auch noch ein gutes Tonabmischungsteam: Skywalker Sound. Diesmal waren fast alle Topleute der Firma mit der Abmischung beschäftigt: Gary Rydstrom (sound designer, sound re-recording mixer) Gary Summers (sound re-recording mixer) und Christopher Boyes (foley recordist) oder die "Heilige Dreifaltigkeit" wie ich sie zu nennen pflege. Aber für diesen Film genügten die 3 Topleute von Skywalker Sound anscheinend noch nicht und so wurden auch noch Randy Thom (sound re-recording mixer) und Tom Johnson (sound re-recording mixer) herbeigerufen. So konnte nun wirklich nichts mehr schief gehen.

Übrigens wurde auch "Backdraft" für den Oscar in den Kategorien "Best Sound" und "Best Sound Effects Editing" nominiert, musste sich aber gegen praktisch dasselbe Tonabmischungsteam (Gary Rydstrom, Gary Summer, Christopher Boyes, Tom Johnson) von Terminator 2 - Judgment Day in beiden Kategorien geschlagen geben. Gegen sich selber verliert man doch gern, oder?

Nun aber endlich zur eigentlichen Besprechung des Tones:

Wie bei vielen Filmen wird auch hier nicht gleich am Anfang alles Soundpulver verschossen. Mit dem Raumklang wird anfänglich noch gespart, der Score von Maestro Hans Zimmer verteilt sich aber schon von Anfang an schön auf die Rears. Wir stellten fest, dass der Score anders abgemischt wurde als die heutigen musikalischen Untermalungen. Anscheinend kam hier eine Art Frequenzfilter zum Einsatz, der die hohen Töne auf die Surrounds verlegt. Das Resultat ist wirklich erstaunlich gut und der Score kommt optimal zu Geltung. Auch die Popmusik wurde vorbildlich in 5.1 codiert. Hier entfaltet sich die Musik ebenfalls wunderbar im Raum. Besonders hörenswert ist deshalb auch das Lied "The Show goes on" von Bruce Hornsby and The Range im Abspann. Hier wurde auch mit Stereo-Surround gearbeitet. Ebenfalls hörenswert: Die irische "Live"-Musik während des Festes. Die Stereofront überzeugt auch, indem sie weit und offen klingt.

Die Dialoge wurden glücklicherweise auch auf die ganze Front verteilt und ertönen ja nachdem von links, center oder rechts. Gary Rydstrom bevorzugt diese Art von Dialogabmischung, bei der die Dialoge nicht centerfixiert widergeben werden. Manchmal hört man den Dialogen doch ein wenig das Alter an, dies stört aber in keinster Weise.

Der Raumklang, der sich zuerst noch etwas verhalten gibt, öffnet sich bei fortgeschrittener Spielzeit aber immer mehr und gibt unter anderem sein Bestes bei der Widergabe des bereits erwähnten Festes. Von überall her hört man irgendwelches Geplauder und man fühlt sich wirklich "mittendrin statt nur dabei". Nett auch mal ein Fahrrad, das von vorne nach hinten fährt. Trotz des tollen Raumklangs muss man bei einem älteren Film natürlich auch Einbussen einnehmen. So kann der Hochtonbereich nicht mit neueren Produktionen mithalten. Dies ist aber durch die analoge 6-Track-Vorlage nicht weiter erstaunlich.

Nun geht aber "Backdraft" doch vor allem auch unter die Kategorie "Actionfilm", wie auch der Sound beweist. Wenn es wieder mal irgendwo brennt, so ist das Feuer nicht nur visuell, sondern auch akustisch von überall her wahrnehmbar. Es kracht, zischt und faucht von überall her. Das Gebälk der Häuser stürzt eindrucksvoll zusammen und wenn wieder mal ein "Backdraft" ertönt, wird man fast vom Sessel weggepustet. Erstaunlich auch wie offen und gross der Raum klingt: Man meint, einige Meter weit weg das Krachen und Zischen zu hören. Wirklich eindrucksvoll!

Im Finale in der Chemiefabrik wird das Tongewitter noch mal gesteigert und die Nerven des Nachbarn (oder einer Frau) arg strapaziert. Wiederum kracht und faucht es so realistisch, dass einem Angst und Bange wird. Auch spritzendes Wasser ist mal von den Rears zu vernehmen. Das Herz des Heimkinobesitzers jubelt, wenn die Fässer mit den Chemiekalien detonieren. Hier kommt auch der Subwoofer ins Spiel, wenn auch nicht ganz "Rydstrom-like". Dieser hätte nämlich ruhig noch etwas voluminöser ausfallen können. Man kann aber mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein.

Summa summarum wieder einmal mehr ein tolle Vorstellung der Skywalker Sound Leute. Besser hätte die Abmischung für einen älteren Film nicht sein können. Daher auch ein verdientes "Sehr Gut" in der DVDSurround-Wertung.


Autor: Hannes Helfenstein
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