HDSurround >> Natural Born Killers Director's Cut 3 Disk Set

Die Übersicht

Sprache

Tonformat

Bitrate
(c) Laser Paradise

Deutsch

DTS-ES 6.1 Discrete

1536 kbps

Deutsch

Dolby Digital 5.1 EX

448 kbps

Englisch

Dolby Digital 5.1 EX

448 kbps

Kommentar

Dolby Digital 2.0

Mono

192 kbps

 

Surround Bewertung

 

Gut

 

Studio, Erscheinungsjahr:

Warner, 1994
Verleih, Erscheinungsjahr: Laser Paradise , 2002

 

Der Sound von Natural Born Killers Director's Cut 3 Disk Set

Laser Paradise ist leider nicht gerade berüchtigt für tolle DVD-Umsetzungen. Häufig gingen die DVDs dieses Labels, auch bei den seltenen hochwertigen Filmen schlicht und einfach daneben. Doch hier wartet Laser Paradise mit einem 3 Disk Set in einem schicken DigiPack auf und will dazu noch mit selbstgemachten Up-Mix in DTS-ES 6.1 Discrete (dazu die volle Bitrate!) die beiden 5.1 Konkurrenten von Waner und Best Entertainment austechen.

Tatsächlich fängt die Geschichte nicht übel an. Gleich zu Beginn präsentiert sich einspielende Song mit einer hohen Qualität und schön rundem Bass, dann zischelt schon die erste Schlange kurz durch den Raum.
In der ersten Auseinandersetzung beeindrucken uns die Dynamik der Musik und auch Effekte (Messer kracht laut scherbelnd durch die Scheibe und schwingt fauchend durch den Raum). Auch die Dialoge sind gut verständlich und wirken frisch.

Damit alles klar ist: Wir erleben hier kein ultimatives Effektgewitter. Die Räumlichkeit entwickelt "Natural Born Killers" in der immerwährenden MTV-artigen Bilder-Flut mit dauernd wechselnder Musik, welche häufig über die Surrounds wiedergegeben wird, sonderbaren Geräuschen in mitten einer Szene oder beim Bildwechsel, plus plötzlichem Gekreische, Fauchen, Zischen oder Bildschirmflimmern und all dergleichen.

Auch hier treffen wir keine echten Surround-Effekte an, welche einen bewegten Gegenstand ausdrücken, oder irgendwelche Umgebungsgeräusche. Surround-Effekte werden häufigst bei stilistischen Toneffekten (wie vorher aufgezählt), eingesetzt welche nicht im Bild "sichtbar" sind. Die normalen Szenen sind fast immer nur frontlastig betont. Ich nenne da das Beispiel des Zeltfeuers während dem Besuch bei den Indianer. Die Kamera ist normal auf das Feuer gerichtet. Das Flackern des Feuers und Knacksen des Holz ist von vorne zu hören, bis wir dann plötzlich wieder von einer Fremdeinbildung mit einem blutüberströhmten Dämon vor blau und rot schimmerndem Feuerstrahlen, wo gleich es heftig von den Surrounds zischt und fackelt.

Diese Technik der meist frontlastigen normalen Szenen und der hastigen Kameraeinblendungen, welche oft surroundig vertont sind zieht sich durch den ganzen Film und macht je länger der Film dauert, je mehr Sinn. Auch ausserhalb dieser eingeblendeten Gedankenfetzen kommen die Surrounds zum Einsatz, doch meist nur, wenn wieder die Kameraeinstellung stilistisch verzogen, verfärbt oder verrauscht (Hi-8 Tape) ist. Bester Effekt ist die laute Stimme von Tommy Lee Jones von hinten, mit der Kamera Blick in die Gefängnisszelle von Mabel (O-Lan Jones).
Die gelegentlichen surroundlosen Szenen wirken nicht störend, sondern sind unserer Meinung nach sehr gut stilistisch eingesetzt. Die Tontechniker, welche sich ihrer schwieriger Aufgabe "Natural Born Killer" zu re-mixen scheinbar wohl bewusst waren und Laser Paradise verdienen unser Lob! Die Abmischung passt einfach prächtig zum Film. Die Original Kinoversion kam auch schon in 5.1, doch an dieser wird Laser Paradise viel geschraubt haben, wie es auch bei ihren anderen Veröffentlichungen der Fall ist (Running Man, True Romance).

Leider wurde in der diskreten 7 Kanal Abmischung leider viel Potential vergeben. Denn der Back Surround ist leider nur allzu selten im Einsatz. Wir erinnern uns da an eine knallende Türe als einer der wenigsten wirklichen Surround-Back-Effekte. In den restlichen Toneffekten ist er ziemlich still oder gibt leise die Töne wieder, welche schon vom linken oder rechten Surround kommen. Man kann das Ganze als einen guten 5.1 Track ansehen.

Wirklich nervend ist die aufkommende Asynchronisation zwischen DTS-ES Tonspur und Bild. Beträgt der Unterschied anfangs des Films null, so steigert er sich immer kontinuierlich. Spätestens beim Gefängnis-Kapitel darf (muss!) auf die DD 5.1 EX Spur (mit Flag ausgestattet) gewechselt werden. Da wird's ungeniessbar. Wir empfehlen trotzdem den ersten Teil in DTS zu schauen, weil sich die Tonspur mit einer merklich besseren Dynamik und auch besseren Hochtonbereich auszeichnet. Dazu sind die Surround-Effekte einiges besser (z.B. zischelt die Schlange gleich in den ersten Sekunden des Filmes nur von der Front). Wahrscheinlich wurde die DTS-Spur noch speziell bearbeitet, der Unterschied zwischen Dolby und DTS ist fast schon zu hoch um nur technisch bedingt zu sein. In der Vorführpause kann dann gewechselt werden. Auch die englische DD 5.1 Spur (ebenfalls wie die deutsche mit EX-Flag ausgestattet) macht keine Ausnahme.
Wirklich schade um das bisher recht gut gelungene Produkt von Laser Paradise (um nicht zu sagen peinlich). Dass die Jungs es nicht gemerkt haben ist fast nicht zu vermuten, vielleicht wäre die Korrektur eines solchen Fehlers zu teuer geworden.

Der Sound erreicht somit die Note von "Gut" mit starkem Hang zur nächsthöheren Note.

Autor: Patrick Josef Kurmann
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